Geschichte & Tradition

Seit 1899 am Regerplatz: über 125 Jahre Schulgeschichte — vom Kaiserreich bis heute, mitten in München-Haidhausen.

Schulgeschichte

Das Maria-Theresia-Gymnasium blickt auf über 125 Jahre Geschichte zurück — gegründet im Kaiserreich, geprägt durch zwei Weltkriege, und heute eine der Münchner Traditionsschulen.

Ehemalige des Abiturjahrgangs 1976 bei ihrem Treffen am MTG vor einer Präsentation
Goldenes Abitur: Der Jahrgang 1976 kam zurück ans MTG — zu Gast war der ehemalige Schüler Christian Springer.
1898

Prinzregent Luitpold genehmigt den Bau einer Kreisrealschule am Regerplatz. Der Münchener Stadtrat beschließt den Grundstückskauf.

1899

Eröffnung der Königlichen Maria-Theresia-Kreisrealschule München am Regerplatz in München-Haidhausen.

1914 – 1918

Das Schulgebäude dient während des Ersten Weltkriegs als Militärkaserne. Der Unterricht wird im Schichtbetrieb am Lehrerinnenseminar fortgeführt.

1946

Mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung nimmt die Schule den Unterricht nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf.

1948

Umbenennung in Maria-Theresia-Oberrealschule.

1965

Umbenennung in Maria-Theresia-Gymnasium München.

1978

Erstmals reguläre Aufnahme von Mädchen.

1998

100-jähriges Schuljubiläum. Im selben Jahr richtet das MTG als erste Schule in Bayern eine Förderklasse für hochbegabte Schülerinnen und Schüler ein.

2005

Einweihung des neuen Mensagebäudes.

2024

125-jähriges Jubiläum des Maria-Theresia-Gymnasiums München.

Schulhof des MTG bei einer Abendveranstaltung
Schulhof am Abend

125 Jahre MTG

Ein Festakt, ein Schuljahr voller Projekte — und 125 Jahre Geschichte, die lebendig bleibt.

Schlusschor mit erhobenen Händen vor dem 125-Backdrop — „Let the sunshine in“

Am 31. Januar 2024 feierte das Maria-Theresia-Gymnasium sein 125-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Saal des Salesianums — organisiert von einem P-Seminar, dessen 13 Schülerinnen und Schüler über 18 Monate dafür gearbeitet hatten. Der Abend begann mit einer Chemieshow, bei der Schülerinnen und Schüler das Kürzel „MTG" in fluoreszierenden Flüssigkeiten aufleuchten ließen. Es folgten ein interaktives Rätsel zur Schulgeschichte, szenische Darstellungen — Schülerinnen und Schüler verkörperten Maria Theresia, Gründungsrektor Joseph Baur und Heinz Rühmann — sowie Aufführungen von Schulchor und Schulorchester mit Ausschnitten aus dem „Karneval der Tiere" und dem Musical „Hair".

Als Festredner trat Christian Springer auf: Kabarettist, Autor und ehemaliger MTG-Schüler. Er scherzte über die große Zahl erschienener Ehemalige, erzählte von seinen Schuljahren — und wurde dann ernst: Freie Meinungsäußerung sei keine Selbstverständlichkeit und müsse aktiv verteidigt werden. Ministerialrat Dr. Wolfgang Mutter vom Kultusministerium nannte das MTG eine „lebendige und pulsierende Institution" mit 125 Jahren erfolgreicher Bildungsarbeit. Die Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl würdigte die Kreativität, mit der die Schule ihre Räume zum Leben erweckt.

Schulleiterin Silvia Duschka sprach über das, was das MTG im Kern ausmacht: „Respekt, Verantwortung und Toleranz" — und über eine Schulgemeinschaft, in der Schülerinnen und Schüler ihre Persönlichkeit, Talente und Interessen entdecken und entwickeln können. Den Abschluss bildeten Chor, Lehrerband und eine 7. Klasse mit der Botschaft aus „Hair": Let the sunshine in. Den anschließenden Empfang bestritt die Q12 — selbst gekocht und ausgeschenkt.

P-Seminar 13 Schülerinnen und Schüler organisierten den Festakt — über 18 Monate Vorbereitung
Chemieshow „MTG" leuchtete in fluoreszierenden Flüssigkeiten
Musik Chor und Orchester — „Karneval der Tiere" und Ausschnitte aus „Hair"
Große Bühne Schülerinnen und Schüler verkörperten Maria Theresia, Gründungsrektor Baur und Heinz Rühmann

Maria Theresia von Österreich-Este

1849 – 1919 · Bayerns letzte Königin

Viele denken, das MTG sei nach der österreichischen Kaiserin benannt. Tatsächlich war es Bayerns letzte Königin — bekannt, bodenständig und von manchen liebevoll „Topfenreserl" genannt.

Mit 17 Jahren wehrte Maria Theresia einen arrangierten Heiratsplan ihres Vormunds ab — und heiratete stattdessen aus Liebe den Prinzen Ludwig von Bayern, den sie bei einer Trauerfeier kennengelernt hatte. Die Ehe hielt bis zu ihrem Tod: Die Goldene Hochzeit wurde 1918 noch gefeiert.

Als Königin war sie ihrer Zeit voraus: Sie ließ ihre Töchter auf Schloss Leutstetten in Hauswirtschaft ausbilden — ungewöhnlich für den Adel damals — und engagierte sich für Frauenrechte. Im Ersten Weltkrieg organisierte sie die Kriegsnähstube, in der 800 Damen in der Münchner Residenz Kleidung für Frontsoldaten nähten.

Als Kurt Eisner 1918 den Freistaat Bayern ausrief, floh die Königsfamilie nach Schloss Wildenwart im Chiemgau. Maria Theresia starb dort am 3. Februar 1919.

Das MTG trägt ihren Namen als Auftrag: sozial engagiert, fröhlich und unkompliziert — und manchmal, beim Adventsbasar, landet Topfen und Milli nicht nur im Glas.

Porträt Maria Theresia von Österreich-Este im Direktorat des MTG
Geboren 2. Juli 1849
Gestorben 3. Februar 1919, Schloss Wildenwart
Ehe König Ludwig III. von Bayern
Kinder 13, davon 10 erwachsen
Engagement Bayerisches Rotes Kreuz, Frauenrechte, Kriegsnähstube